Die innere Balance finden – Ruhe

„Brainfog“ als Zeichen für ein tiefes Ruhebedürfnis

Es hat sich unbemerkt angeschlichen und hat ganz langsam angefangen mehr und mehr Besitz von mir zu ergreifen. Bis ich irgendwann bemerkt habe, dass ich mich verändert habe.

Nein, es war nicht der Nebel des Grauens oder das unsagbar Böse, das mich ergriffen hat, sondern ein ganz tiefes Bedürfnis nach Ruhe.

Erstmalig bewusst wurde es mir, als ich eines Morgens ein Video der schwedischen Künstlerin Joanna Jinton gesehen habe. Ein Video, bei dem sie durch die einsamen Nordschwedischen Wälder wandert und ein Lied singt, dass unwahrscheinlich beruhigend auf mich wirkte.

Es schien mir, als kämen alle meine Zellen zur Ruhe. Ich habe dieses Gefühl tief in mir verankert und es hat mich durch den Tag getragen.

Viel ruhiger bin ich den Anforderungen des Tages begegnet und immer, wenn etwas herausforderndes hinter oder vor mir lag, habe ich dieses Gefühl der tiefen inneren Ruhe in mir abgerufen – was für ein Geschenk!

Auch, zunächst noch recht noch unbemerkt, habe ich meine „Social Media Zeiten“ reduziert.

Ich war so überflutet, konnte nicht mehr gut filtern, geschweige denn genießen.

Und so gerne, wie ich „online“ bin und mich inspirieren lasse, so dringend nötig war offensichtlich der Rückzug in die Ruhe.

Das ist keine „Phönix aus der Asche Geschichte“ wie ich sie so oft lese. Bei diesen Geschichten steht am Ende gefühlt immer, dass in dieser Zeit 1000 neue Ideen kreiert wurden und nun noch mehr Angbote rausgehauen werden.

Das ist eine Geschichte vom Lernen die Innere Balance zu finden, zu erhalten, zu gestalten, vom „Einfach nur sein“.

UND DANN KAM CORONA

Auch, wenn ich zugegebenermaßen etwas genervt bin von Hashtags wie Coronaruhe, finde ich es doch interessant, wie eine ganze Gesellschaft vor der Herausforderung steht, inne zu halten und nach neuen Wegen des Miteinanders zu suchen.

Genervt bin ich aber auch, wenn jetzt allerorten Strickanleitungen oder Büchertipps rausgehauen werden, denn ich glaube, dass nur ein geringer Teil der Menschen in der Lage ist, sich wochenlang aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen, um zu lesen oder zu stricken! Das erscheint mir unrealistisch, aber vielleicht hilft es ja auch dem einen oder der anderen?

Ich spreche/schreibe hier nur für mich und ich weiß (Corona hin oder her), um geerdet und friedlich mit mir und meinen Mitmenschen umgehen zu können, ist ein Verlangsamen, ein Innehalten, ein zur Ruhe kommen, von Zeit zu Zeit unabdingbar.

Nur, wenn ich in mir ruhe, kann ich stabil genug sein um meinen Mitmenschen privat oder beruflich ein hilfreiches Gegenüber sein zu können.

Ich glaube, jede*r hat ganz eigene Ruhe- und Kraftquellen, aber um die zu entdecken oder wieder zu finden, bedarf es der Bewusstheit darüber, wie zentral die innere Ruhe des Einzelnen für eine ganze Gesellschaft sein kann.

Kontakt zur Natur – so wichtig um sich zu erden

Sicherlich hängt es von der jeweiligen Lebensphase und den Lebensumständen ab, wie viel Raum jede*r Einzelne für diesen „Erdungsprozeß“ hat, aber sich der Relevanz überhaupt bewusst zu werden ist m.E. ein wichtiger erster Schritt.

Um dann zu schauen/zu spüren, wo ich meine freie Zeit (egal wie viel oder wenig) mit Dingen verbringe, die mich eher weg von der inneren Ruhe bringen, in dem sie mich vielleicht ablenken (Computerspiele oder Videos beispielsweise) aber die eine innere Anspannung, vielleicht sogar einen inneren Druck erzeugen, der sicherlich nicht einer inneren Balance dient.

Was mir hilft ist natürlich die Natur, draußen sein oder auch einfach nur in den Garten zu schauen. Immer öfter Handy oder Tablet auszulassen und den Kaffee oder Tee „einfach nur so“ zu trinken.

Im Garten sitzen, das Gras spüren und den Kaffee genießen

Weg vom Multitasking ist ebenfalls ein wichtiger Schritt!

Lesen bleibt dennoch wichtig, aber ich nehme mir mehr Zeit über das Gelesene nachzudenken – über die Worte, die jemand irgendwann einmal bewusst gewählt hat – sie dadurch mehr wertzuschätzen.

Und nach wie vor zentrieren mich die wunderbaren Videos von Joanna Jinton. Ich nutze meine Medienzeit bewusster und schaue mehr, was mir gerade gut tut. Was natürlich nicht bedeutet, das ich Nachrichten oder ähnliches gar nicht mehr verfolge.

Aber ich wähle die Zeitpunkte bewusster aus, wann ich welche Informationen in mich hineinlasse und ich schaue viel bewusster, was die jeweiligen Menschen, Nachrichten, Videos, Bücher, Geschichten etc. mit mir, mit meiner inneren Balance machen.

Wovon ich auch noch mehr weg will, ist der Hang zum Perfektionismus. Auch hier, wo es ja eigentlich um ein Hobby geht. Das heißt, mit der Veröffentlichung eines Artikels nicht warten, bis ich die perfekten Bilder habe, sondern es einfach machen. Besser unperfekt als gar nicht!!!

Von den Tieren lernen

Diese tiefe innere Ruhe – diese tiefe innere Ruhe auf Zellebene – die der „Spaziergang“ mit Joanna Jinton durch den Nordschwedischen Wald, mir hat bewusst werden lassen, ist zu einem meiner Grundbedürfnisse geworden!

Falls das hier jemand liest, würde ich mich freuen, wenn du in einem Kommentar etwas von deinem Ruhebedürfnis erzählst und davon wie du es schaffst, dem zu entsprechen.

Liebe Grüße, bleib gesund und gönn dir Ruhe,

Deine Iris

2 Kommentare

  1. Ich bin ueber Umwege hier gelandet – also wundere Dich nicht, wenn Du mit meinem Namen nichts anfangen kannst. 🙂
    Ich habe nur ein bisschen gelesen und bin irgendwie haengengeblieben und da Du um Antwort wegen des Themas Ruhebeduerfnis gebeten hast, wollte ich nicht einfach verschwinden, besonders als ich gesehen habe, dass Du noch keine Kommentare erhalten hast.
    Mir geht es ebenso. Ich bin seit einigen Jahren „Nur-Hausfrau“ – mit einigen gesundheitlichen Problemen. Man sollte also meinen, immer zuhause zu sein, wuerde einen erden, man haette viel Zeit fuer sich. Ha, nichts liegt ferner als das. Ich war deutlich ausgeglichener, als ich voll gearbeitet habe oder als meine / unsere Kinder noch zuhause waren und ich immer beschaeftigt war. Inzwischen scheint so ein Trend umzugehen, dass ich fuer jeden die „seelische Muellhalde“ bin, ich staendig angerufen werde, jeder seine Sorgen und Noete telefonish bei mir ablaedt – und dann verschwindet. Wohlgemerkt, bei positiven Geschehnissen bin ich meist die Letz\te, die etwas erfaehrt. Meine Familie denkt, dass ich mich ausnutzen lasse und wahrscheinlich stimmt das auch, aber „Neine“ zu sagen, war noch nie meine Staerke. Nun ist die Coronakrise da. Da spitzt sich das alles noch mehr zu. Die Anrufe haeufen sich. Aber ganz ehrlich: Ich kann nicht mehr. Mich beschaeftigen diese Sachen den ganzen Tag und ich haette sie so gerne – die Ruhe! Aber geht man nicht ans Telefon, laeuft WhatsApp heiss. Ich muss mir da unbedingt einen Freiraum schaffen. Und ich habe auch begonnen, unser Haus leerer zu raeumen. Wirklich minimalistisch -puristisch werden wir nie, aber ich brauche auch mehr Luft zum Atmen.
    LG Heike

    • Hallo Heike,

      schön, dass du hier gelandet bist!!! Und noch schöner, dass du dir die Zeit genommen hast, zu antworten!!
      Jetzt bin ich natürlich neugierig, wie du hier gelandet bist, denn das hier ist noch ein sehr junger Blog. Nur wenn du es sagen magst natürlich.

      Ja, das Ruhebedürfnis ist eine sehr individuelle Sache, die, wie ich glaube, auch sehr von der jeweiligen Lebensphase abhängig ist.
      Du sagst, deine Familie denkt, dass du dich ausnutzen lässt, wenn du das auch so siehst, und so hört es sich an, wäre es wahrscheinlich für deinen inneren Frieden und auch für deine Gesundheit dauerhaft sinnvoll zu versuchen dem entgegenzuwirken.
      Ich weiß, dass „Nein sagen“ manchmal sehr schwer sein kann, aber man kann es üben. So kann man sich, zumindest ein wenig, wappnen. Nicht immer muss es ja das direkte, knallharte Nein sein.
      Mir fällt der Spruch ein „Mit jedem Nein, sagst du Ja zu dir selber.“ Vielleicht hilft es ja schon, sich das immer wieder klar zu machen.

      Ich wünsche dir viel Glück und viel Erfolg beim Ausmisten.

      Liebe Grüße,
      Iris

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